Canada undgår lige akkurat at blive ramt af recessionen i følge eksperter

Det er tæt på, men ingen recession, i det mindste ikke i Canada.

Det var den gode nyhed blandt alle de dårlige økonomiske prognoser. Nogle eksperter mener, at den amerikanske økonomi allerede er i recession, og ikke der er nogen tiltag fra myndighederne truer en depression som i 30'erne USA.

De prognoser, herunder en bank og et tænketank (tænketank) i Canada, Den Internationale Valutafond i Washington og en tænketank i New York blev givet, mens de nordamerikanske markeder splittet mellem tre tab og gevinster i flygtige handel som følge af en koordineret runde af dybe nedskæringer i renten med et halvt procentpoint af flere centralbanker, herunder USA Federal Reserve og Bank of Canada.

"Der er tegn på en truende depression," siger New York analytikere på High Frequency Economics i en rapport, hvor andre analytikere forudser en yderligere reduktion af de amerikanske renter med et halvt point senere i denne måned, og hvor de for renter fra næsten nul procent udtale sig, samt for en mere aktiv finanspolitik af USA, som ved en stigning i infrastruktur udgifter, som den mest effektive antidot.

Hier an der Bay Street, der Torontoer Börse, schloss der Leitindex TSX schließlich mit einem Zuwachs von über 225 Punkten ab und übertraf damit die 10.000 Punkte, während der Standardwert des Dow-Jones-Index in den Schlussminuten in die roten Zahlen zurückfiel und mit einem Minus von 190 Punkten abschloss, womit er weit unter der 10.000er-Marke blieb.

Finanzminister Jim Flaherty lobte gegenüber Reportern in Toronto und in einer späteren Erklärung die vereinte Reaktion der Zentralbanken auf die Finanzkrise.

"Diese wichtigen Maßnahmen werden für eine rechtzeitige Stützung der kanadischen Wirtschaft sorgen", sagte Flaherty, und fügte hinzu, dass er mit seinen Ansprechpartnern in der G7 und den Zentralbankchefs auf dem diese Woche stattfindenden Treffen in Washington weiter koordiniert zur Bekämpfung der Krise zusammenarbeiten werde.

Der Wirtschaftsexperte der National Bank of Canada, Paul-Andre Pinsonnault, warnte davor, dass die gewerblichen Banken die Zinssenkung der Zentralbank nicht weitergeben könnten, und merkte an, dass die Marge zwischen dem Leitzins und dem, was die Banken für die Kapitalaufnahme bezahlen, auf 1,16 Prozentpunkte geschrumpft ist, also um etwa ein Drittel gegenüber der historischen Norm von 1,64.

Die Zinssenkungen durch die Zentralbanken in Asien, Europa und Nordamerika, ebenso wie ein Rettungspaket der britischen Regierung von 50-Mrd. Pfund (CAN$96-Mrd. bzw. €64 Mrd.) für die Finanzbranche, kamen zu einem Zeitpunkt, als die Fachleute gerade ihre wirtschaftlichen Wachstumsprognosen in der ganzen Welt und auch bei uns nach unten revidiert hatten, obwohl sich alle in der Vorhersage einig sind, daß Kanada von der Rezession weitgehend verschont bleiben wird.

Die RBC, Kanadas größtes Finanzinstitut, sah sich veranlasst, wegen der "anhaltenden Unruhe auf den Finanzmärkten und der enttäuschenden wirtschaftlichen Trends in den letzten beiden Quartalen" ihre Wachstumsprognose für das Land von 1,4 Prozent auf 0,9 Prozent zu senken, und sieht für 2009 nur eine leichte Erholung auf 1,5 Prozent voraus.

"Die US-Wirtschaft befindet sich offensichtlich in einer Rezession, und auch die Wirtschaft in Europa, Großbritannien und Japan ist rückläufig", sagte ein Vertreter von RBC. "Zwar steht Kanada, dessen Finanzsektor weniger stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, etwas besser da, doch das Gesamtwachstum wird erheblich schwächer ausfallen als vorausgesagt."
"Es wird erwartet, dass die anhaltende Schwäche der US-Wirtschaft das Wachstum in Kanada abschwächt", sagte der Chefökonom von RBC, Craig Wright. "Allerdings wird dieser Druck auf unser Wachstum durch stabile Verbraucherpreise gemildert, die zu soliden Exporteinnahmen beitragen und durch Einkommenserhöhungen den Konsum im Inland fördern."

In Kanada ist auch das Nationaleinkommen stark angestiegen, was die Verbraucherausgaben, die Geschäftsinvestitionen und die Importkäufe angekurbelt hat, und das Land profitiert von den noch relativ hohen Konsumgüterpreisen, fügte er hinzu.

Auch am Arbeitsmarkt hat sich das Wachstum verlangsamt, und Kanadas Wohnungsmarkt erlebt eine Abkühlung, doch es wird nicht erwartet, dass er einen Zusammenbruch erleidet wie in den USA, da es auf den kanadischen Hypothekenmärkten nicht diese Exzesse gegeben hat, die die Wohnungsbaubranche in den USA heimgesucht haben, sagte er.

Die Canada Mortgage und Housing Corp., eine Bundesbehörde, unterstreicht die relative Flexibilität des kanadischen Wohnungsmarktes und berichtet, dass sich der Wohnungsbau im letzten Monat unerwartet zu erholen beginnt, auch wenn alle Gewinne bei volatilen Investitionen in Mehrfamilienhäuser zu verzeichnen waren, während der Einfamilienhausbau weiterhin schwächelt.
Bei der RBC heißt es inzwischen, dass selbst die schlechten wirtschaftlichen Nachrichten, wie die, dass sich die USA in einer Rezession befinden, ihre positiven Seiten haben, nämlich daß die Finanzkrise zusammen mit dem Rückgang der Konsumgüterpreise die Inflationsgefahr senken.

Obwohl die US-Wirtschaft dieses Jahr dank massiver steuerlicher Anreize stärker gewachsen ist als erwartet, so die RBC, wird das Wachstum in den USA auf "rezessionsverdächtige 0,2 Prozent zurückfallen, da die anhaltende Kreditverknappung weiterhin seinen Tribut fordert."

"Diese Schwächung der US-Wirtschaft wird durch hohe Benzinpreise, einen schwachen Arbeitsmarkt und eine Aushöhlung der Vermögenswerte der US-Bürger verschärft", sagte Wright. "Dies wird dazu noch von den Auswirkungen des Steueranreizpakets überlagert, was die Ausgaben der Verbraucher dämpfen wird."

In Kanada haben sich die allgemeinen Perspektiven für alle Provinzen ebenfalls getrübt, sagte er, und prognostizierte, dass die Wirtschaft von Saskatchewan diesem Trend am besten widerstehen wird, gefolgt von Manitoba, während Atlantik Kanada ebenfalls ein moderates Wachstum erwarten kann.

Die Voraussetzungen im westlichsten Teil des Landes haben sich jedoch verschlechtert, und auch die Binnenmärkte in Ontario und Quebec haben Risse bekommen, wobei Ontario in diesem und im nächsten Jahr wahrscheinlich ein sehr geringes oder gar kein Wachstum erfahren wird.
Global Insight, ein wirtschaftlicher Think-Tank, hat seine Wachstumsprognosen für Kanada ebenfalls nach unten korrigiert, und erklärte zugleich, dass die USA auf eine Rezession zusteuert.

"Für die US-Wirtschaft wird eine baldige Rezession vorausgesagt", so das Institut, das hinzufügt, dass es sich nicht mehr nur um eine "milde" Rezession handelt, und voraussagt, dass der Rückgang dieser riesigen Wirtschaft vom dritten Quartal dieses Jahres bis zum ersten Quartal des nächsten Jahres andauern wird.

Der Internationale Währungsfond prognostiziert derweil, dass Kanada nächstes Jahr mit 1,2 Prozent Wachstum die am schnellsten wachsende Wirtschaft der G7, also der wichtigsten Industrieländer, haben wird, trotz des virtuellen Nullwachstums von gerade mal 0,1 Prozent in den USA, Kanadas wichtigstem Exportmarkt.

Eric Beauchesne , Canwest News Service
Veröffentlicht: Mittwoch, den 8. Oktober 2008